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Tunnelwartung

Alle zwei Jahre muss ein Auto zum TÜV. Für einen Tunnel, durch den täglich Tausende Fahrzeuge fahren, gelten noch kürzere Prüfintervalle: Zweimal im Jahr muss die hochsensible Technik im B 11-Tunnel überprüft werden. Das geben die „Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln“ vor. Zur Wartung und Überprüfung der gesamten Betriebsausstattung und zur kompletten Reinigung der Wände und Entwässerungsanlagen einschließlich Pumpstationen sind Sperrungen erforderlich.

Die Straßenmeistereien nutzen die Sperrzeiten für die umfangreichen Reinigungsarbeiten.

 

Neues Wartungskonzept für die halbjährliche Wartung in Deggendorf

Bei der Frühjahrs- und Herbstwartung der B 11-Tunnel in Deggendorf wird ein neues Konzept eingeführt: Künftig finden die Wartungsarbeiten in den verkehrsärmeren Abend- und Nachtstunden statt, um die Auswirkungen auf den Verkehr in der Stadt zu reduzieren. Zwar verlängert sich dadurch die Gesamtdauer der Wartung, tagsüber sind jedoch keine Sperrungen mehr erforderlich. Das neue Konzept wird erstmals bei der Herbstwartung 2026 umgesetzt.

Damit die Arbeiten am Abend und in der Nacht durchgeführt werden können, wird in beiden Tunnelröhren eine temporäre Beleuchtung aufgebaut. Während dieser Arbeiten wird die Geschwindigkeit in Teilbereichen des Tunnels am Montag, 5. Oktober 2026, von 8.30 bis 15.30 Uhr auf 30 km/h begrenzt. Abgebaut wird die Beleuchtung am Montag, 12. Oktober, ebenfalls unter Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h.

Von Dienstag, 6., bis Freitag, 9. Oktober 2026 sollen Nord- und Südtunnel jeweils von 19.00 bis 5.00 Uhr des folgenden Morgens für den Verkehr gesperrt werden. In dieser Zeit werden die regelmäßigen Wartungsarbeiten durchgeführt. Dazu gehören die Überprüfung der Betriebstechnik mit Lautsprecheranlage, Beleuchtung, Be- und Entlüftung, Schranken sowie den Computersystemen. Außerdem reinigt die Straßenmeisterei die Tunnelwände und die Entwässerungseinrichtungen, damit das Niederschlagswasser weiterhin ungehindert abfließen kann.

 Auch notwendige Grünpflegearbeiten im Bereich der Tunnel, die nur unter Sperrung möglich sind, werden in diesem Zeitraum erledigt. Dadurch und durch einzelne Wartungsarbeiten, beispielsweise Lautsprechertests, kann es vereinzelt zu Lärmbelästigungen kommen. Mit der Verlagerung der Wartungsarbeiten in die Nacht wird es aber möglich sein, künftig insgesamt Verkehrsbehinderungen zu vermeiden und die Auswirkungen auf den Stadtverkehr deutlich zu reduzieren.
(Pressemitteilung vom 06.08.2026)

Fragen und Antworten zur Tunnelwartung

Wie oft werden die Tunnel gewartet?

Straßentunnel müssen zweimal im Jahr überprüft, gewartet und gereinigt werden. Bewährt hat sich dabei je ein Termin im Frühling und ein Termin im Herbst. Im Winter sind diese Arbeiten nicht möglich, da die Straßenmeistereien im Winterdienst gebunden sind. Somit steht nur ein geringes Zeitfenster zur Verfügung, um die Abstände von einem halben Jahr einhalten zu können.

Grundlage für die Wartung sind die „Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln“. Dank dieser Richtlinien sind Deutschlands Straßentunnel die sichersten der Welt.

Vergleichen lassen sich die regelmäßigen Tunnelwartungen mit den TÜV-Kontrollen am Auto oder Lkw. Auch diese sind in regelmäßigen Intervallen vorgeschrieben. Wenn zwischen zwei TÜV-Terminen zum Beispiel der Auspuff repariert oder die Stoßdämpfer ausgetauscht werden müssen, lässt sich das Intervall zur nächsten Hauptuntersuchung auch nicht beliebig verlängern.

Was wird dabei gemacht?

Während der Sperrung werden mehrere Arbeiten auf einmal erledigt. Dazu gehören die Kontrolle, Wartung und Pflege sowie die Überprüfung der Betriebstechnik. Darunter fällt alles, was elektronisch ist – denn in den Tunneln steckt viel mehr Technik, als der Autofahrer beim Durchfahren sieht. Lautsprecheranlage, Beleuchtung, Be- und Entlüftungsanlagen, Schranken und Computersysteme müssen kontrolliert und ihre Funktionsfähigkeit getestet werden.

Zudem wird der Tunnel gereinigt – Mitarbeiter der Straßenmeistereien waschen die Tunnelwände, die vor allem nach dem Winter durch Abgasablagerungen und Salz vom Winterdienst verschmutzt sind. Auch die Entwässerungseinrichtungen werden gereinigt, damit das Wasser wieder ungehindert abfließen kann.

Warum sieht man so wenige Arbeiter?

Die Arbeiten finden in den Tunnelröhren und im Betriebsgebäude statt. Wegen der jeweiligen Sperrungen können Autofahrer die Arbeiter gar nicht sehen.

Organisatorisch, personaltechnisch und arbeitsrechtlich ist es unmöglich, alle beteiligten Arbeiter gleichzeitig einzusetzen. Auch in einem gesperrten Tunnel brauchen die Arbeiter Platz für Fahrzeuge und Geräte – zeitweise sind bis zu 50 Personen vor Ort. Daher gibt es einen genauen Zeitplan, nach dem die verschiedenen Fachfirmen ihre Arbeiten erledigen.

Warum findet die Wartung nicht in den Ferien statt?

Eine auf Tunnelwartungen spezialisierte Fachfirma leitet die Wartungen in Deggendorf und Regen. Sie muss sich dafür mit Fachfirmen aus der Region abstimmen, die bei der Wartung in den Tunnelröhren Hand in Hand arbeiten. Dies muss sehr frühzeitig koordiniert werden, dafür hat sich ein fester Termin Mitte April bzw. Anfang Oktober bewährt. Dem Wunsch, die Wartung zum Beispiel in die Osterferien zu verlegen, kann so allerdings nicht entsprochen werden, da Ostern nicht an einem festen Termin gefeiert wird und somit auch der Zeitpunkt der Osterferien wechselt.

Allgemein können die Wartungen aus temperaturtechnischen Gründen und wegen des Winterdienstes, bei dem die Straßenmeistereien gebunden sind, nicht im Winter ausgeführt werden. So steht im Frühjahr ein Zeitraum von März bis Mai und im Herbst ein Zeitraum von Ende August bis Oktober zur Verfügung, um den vorgeschriebenen 6-monatigen Abstand zwischen zwei Wartungen zu garantieren. Weniger Wartungen bzw. längere Wartungsabstände würden mehr kurzfristige Sperrungen bedeuten.

Weitere Informationen zum Thema Tunnel

Sie wollen noch mehr zum Thema Tunnel erfahren? Die Bundesanstalt für Straßenwesen (bast) hat dazu eine interessante Broschüre erstellt: Sicherheit geht vor – Straßentunnel in Deutschland (bast.de)