ZEIT FÜR IHRE SICHERHEIT

Tunnelwartung

Alle zwei Jahre muss ein Auto zum TÜV, ein Lkw einmal im Jahr. Bei einem Straßentunnel, den im Jahr mehrere tausend Autos befahren, ist eine regelmäßige Überprüfung besonders wichtig: Zweimal im Jahr müssen deshalb Straßentunnel in Deutschland gewartet werden.

Fragen und Antworten zur Tunnelwartung

Wie oft werden die Tunnel gewartet?

Straßentunnel müssen zweimal im Jahr überprüft und gewartet werden. Grundlage dafür sind in Deutschland die „Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln“. Dank dieser Richtlinien sind Deutschlands Straßentunnel die sichersten der Welt.

Im Winter sind diese Arbeiten nicht möglich, da die Straßenmeistereien im Winterdienst gebunden sind. Somit steht nur ein geringes Zeitfenster zur Verfügung, um die Abstände von einem halben Jahr einhalten zu können.

Die Wartungs- und Reinigungsarbeiten entsprechen dem TÜV beim Auto oder Lkw. Auch diese sind in regelmäßigen Intervallen vorgeschrieben. Ein Tunnelbauwerk mit seiner hochsensiblen Technik, das täglich von Tausenden Fahrzeugen genutzt wird, muss noch häufiger geprüft werden.

Was wird dabei gemacht?

Während der Sperrung werden mehrere Arbeiten auf einmal erledigt. Dazu gehören die Kontrolle, Wartung und Pflege sowie die Überprüfung der Betriebstechnik. Darunter fällt alles, was elektronisch ist – denn in den Tunneln steckt viel mehr Technik, als der Autofahrer beim Durchfahren sieht. Lautsprecheranlage, Beleuchtung, Be- und Entlüftungsanlagen, Schranken und Computersysteme müssen kontrolliert und ihre Funktionsfähigkeit getestet werden.

Zudem wird der Tunnel gereinigt – Mitarbeiter der Straßenmeistereien waschen die Tunnelwände, die vor allem nach dem Winter durch Abgasablagerungen und Salz vom Winterdienst verschmutzt sind. Auch die Entwässerungseinrichtungen werden gereinigt, damit das Wasser wieder ungehindert abfließen kann.

Kann man das nicht nachts machen?

Wir arbeiten mit Nachtsperrungen, soweit es möglich ist. In einröhrigen Tunneln – wie dem Nord-Tunnel in Deggendorf und dem Riedbergtunnel in Regen – lässt sich eine Vollsperrung über nahezu den gesamten Wartungszeitraum jedoch nicht vermeiden: Um dem Schutz der Arbeiter gerecht zu werden, sollen in einröhrigen Tunneln keine Arbeiten unter Verkehr durchgeführt werden.

Zudem führt die größere Länge des Nord-Tunnels sowie des Riedbergtunnels zu höheren Sicherheitsanforderungen, wodurch mehr Technik im Tunnel benötigt wird. Das führt wiederum zu einem höheren Wartungsaufwand und einer längeren Wartungsdauer.

Warum sieht man so wenige Arbeiter?

Die Arbeiten finden in den Tunnelröhren sowie im Betriebsgebäude statt. Wegen der jeweiligen Sperrungen können Autofahrer die Arbeiter gar nicht sehen. Organisatorisch, personaltechnisch und arbeitsrechtlich ist es unmöglich, alle beteiligten Arbeiter gleichzeitig einzusetzen. Auch in einem gesperrten Tunnel brauchen die Arbeiter Platz für Fahrzeuge und Geräte. Daher gibt es einen genauen Zeitplan, nach dem die verschiedenen Fachfirmen ihre Arbeiten erledigen. Gearbeitet wird jedoch rund um die Uhr, um die Sperrzeit so kurz wie möglich zu halten.

Warum findet die Wartung nicht in den Ferien statt?

Eine auf Tunnelwartungen spezialisierte Fachfirma leitet auch die Frühjahrswartung in Deggendorf. Sie muss sich dafür mit Fachfirmen aus der Region abstimmen, die bei der Wartung in den Tunnelröhren Hand in Hand arbeiten. Dies muss sehr frühzeitig koordiniert werden, dafür hat sich ein fester Termin Anfang April bewährt. Dem Wunsch, die Wartung in die Osterferien zu verlegen, kann so allerdings nur manchmal entsprochen werden, da Ostern nicht an einem festen Termin gefeiert wird und somit auch der Zeitpunkt der Osterferien wechselt.

Weitere Informationen zum Thema Tunnel

Sie wollen noch mehr zum Thema Tunnel erfahren? Die Bundesanstalt für Straßenwesen (bast) hat dazu eine interessante Broschüre erstellt: Sicherheit geht vor Straßentunnel in Deutschland (bast.de)

Feuerwehren und BRK üben im Riedbergtunnel

Auf Einladung des Staatlichen Bauamts Passau haben Feuerwehren, Rettungsdienst und Polizei die Zeit der Tunnelsperrung im Riedbergtunnel für eine Übung genutzt.

Zwei Autos sind zusammengestoßen, drei Personen sind verletzt: Ein alltägliches Einsatzszenario für die Feuerwehr. In einem Tunnel hat so ein Unfall jedoch eine ganz andere Dimension – es ist eng, die Sichtverhältnisse sind schlecht, die Zufahrtswege für die Einsatzfahrzeuge können blockiert sein. „Es ist notwendig, solche Szenarien immer wieder zu beüben“, sagt Kreisbrandrat Hermann Keilhofer.

In der Mitte des Riedbergtunnels liegen die beiden „Unfallautos“. Zwei Mitglieder der Regener Jugendfeuerwehr spielen die Verletzten in einem der beiden Fahrzeuge – sie können sich nicht selbst befreien. Der Notruf an der Notrufzelle löst die Sprachalarmierung im Tunnel aus. „Feuer im Tunnel – nutzen Sie die Notausgänge“, tönt es lautstark aus den Lautsprechern. Neun Minuten dauert es vom Notruf bis zum Eintreffen der ersten Feuerwehr-Einsatzkräfte, notiert sich Kreisbrandrat Hermann Keilhofer. Der Einsatzleiter macht sich ein Bild von der Unfallsituation, ruft dann über Funk den Rüstwagen in die Tunnelmitte.

Die Enge ist das größte Problem bei einem Unfall im Tunnel: „Im Ernstfall steht hier alles mit Autos und Schaulustigen voll, der Platz ist begrenzt: Die ersten Kräfte müssen genau überlegen, wer in den Tunnel reinfährt“, erklärt Keilhofer.

Am Einsatzort kümmern sich die ersten Feuerwehrleute um die verletzten Personen, versorgen sie bis zum Eintreffen des Rettungsdiensts. Inzwischen werden Rettungsspreizer und –schere vorbereitet, um die Verletzten aus den Fahrzeugen zu befreien. Besonders knifflig ist das beim roten VW, der „beim Aufprall“ an die Tunnelwand geschleudert wurde und dort auf dem Dach liegt. Nur von einer Seite können die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst überhaupt ans Fahrzeug ran und dort wird es schon ziemlich eng. Dennoch sind innerhalb kurzer Zeit alle drei Verletzten – die dritte dargestellt durch eine Übungspuppe – befreit und werden im Rettungswagen versorgt.

Am Einsatzort kümmern sich die ersten Feuerwehrleute um die verletzten Personen, versorgen sie bis zum Eintreffen des Rettungsdiensts. Inzwischen werden Rettungsspreizer und –schere vorbereitet, um die Verletzten aus den Fahrzeugen zu befreien. Besonders knifflig ist das beim roten VW, der „beim Aufprall“ an die Tunnelwand geschleudert wurde und dort auf dem Dach liegt. Nur von einer Seite können die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst überhaupt ans Fahrzeug ran und dort wird es schon ziemlich eng. Dennoch sind innerhalb kurzer Zeit alle drei Verletzten – die dritte dargestellt durch eine Übungspuppe – befreit und werden im Rettungswagen versorgt.

Trotz der schwierigen Bedingungen ziehen die Verantwortlichen am Ende ein positives Fazit: „Das war eine gelungene Übung“, lobt Bernd Kufner vom Staatlichen Bauamt Passau. Er bedankt sich auch im Namen der Bevölkerung für die Übungsbereitschaft der rund 70 Feuerwehrleute und 14 Einsatzkräfte vom BRK-Rettungsdienst.

Spätestens alle sechs Jahre sollte so eine Vollübung im Tunnel stattfinden, erklärt Richard Schaaf, Tunnelsicherheitsbeauftragter des Staatlichen Bauamts Regensburg und für die Tunnel in Süd- und Südostbayern zuständig. Während bei einer Übung im vergangenen Juli die Brandbekämpfung im Mittelpunkt stand, war das Unfallszenario dieses Jahr ebenso fordernd, stellt er fest: „Alarmierung und Lageeinschätzung sowie die Zusammenarbeit zwischen den Einsatzkräften haben hier sehr gut funktioniert.

Kreisbrandrat Hermann Keilhofer lobt die Umsicht und Sorgfalt, mit der die 70 Einsatzkräfte der Feuerwehren Regen, Weißenstein und Schweinhütt das Übungsszenario abgearbeitet haben. Noch wichtiger als bei einem Unfall auf freier Strecke ist im Tunnel die „Ordnung des Raums“, sagt er: „Der Rettungsdienst braucht eine Zu- und vor allem eine gesicherte Abfahrt.“ Die Einsatzkräfte sollten ihre Fahrzeuge so abstellen, dass niemand blockiert werde – was auf freier Strecke kein Problem darstellt, muss im Tunnel extra bedacht werden. Auch eine Brandübung soll es zum nächsten geeigneten Zeitpunkt wieder geben, kündigt Keilhofer an: „Da reicht aber sicher keine Feierabendübung aus, da brauchen wir mehr Zeit.“

Mit 14 Mann und Rettungswagen aus Zwiesel, Bodenmais, Regen und Untermitterdorf war der BRK-Rettungsdienst zur Übung angerückt. Einsatzleiter Alfred Aulinger lobt die disziplinierte Zusammenarbeit, die auch aus seiner Sicht sehr wichtig ist: „Wenn bei den beengten Verhältnissen hier im Tunnel Verkehrsteilnehmer in Panik geraten oder Schaulustige den Weg versperren, müssen die Einsatzkräfte besondere Vorsicht walten lassen.“