ZEIT FÜR IHRE SICHERHEIT
Tunnelwartung
Alle zwei Jahre muss ein Auto zum TÜV. Für einen Tunnel, durch den täglich Tausende Fahrzeuge fahren, gelten noch kürzere Prüfintervalle: Zweimal im Jahr muss die hochsensible Technik im B 11-Tunnel überprüft werden. Das geben die „Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln“ vor. Zur Wartung und Überprüfung der gesamten Betriebsausstattung und zur kompletten Reinigung der Wände und Entwässerungsanlagen einschließlich Pumpstationen sind Sperrungen erforderlich.
Die Straßenmeistereien nutzen die Sperrzeiten für die umfangreichen Reinigungsarbeiten.
Riedbergtunnel: von 7. bis 11. April
Vollsperrung:
Montag, 07. April, 8.00 Uhr bis Freitag, 11. April, 11.00 Uhr
Die Umleitung über Rinchnach bzw. durch die Stadt Regen ist ausgeschildert. Wir bitten die Verkehrsteilnehmer um Beachtung der Sperrzeiten.
Beim Tunnel-TÜV werden alle sicherheitstechnischen Tunneleinrichtungen wie die Notruf- und Lautsprecheranlage sowie das Brandmeldesystem kontrolliert. Kontrolliert und gereinigt werden auch die Be- und Entlüftungsanlagen: Im Normalbetrieb sorgen die großen Lüfter an den Tunneldecken für die Frischluftversorgung, im Brandfall muss die Anlage zusätzlich Rauch und Wärme abführen. Neben den vorgeschriebenen Wartungsarbeiten wird unter anderem eine PV-Anlage mit 24,3 kWp für den Eigenverbrauch im Tunnelbetrieb installiert. Insgesamt werden rund 57.500 Euro investiert, um die Technik im Riedbergtunnel auf dem aktuellen Stand zu halten und so höchste Sicherheit zu gewährleisten.
Auch gute Sicht und eine freie Straße müssen im Tunnel gewährleistet sein. Dafür sorgen die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Zwiesel: Sie reinigen die Tunnelwände, die vor allem nach dem Winter durch Abgasablagerungen und Salz vom Winterdienst verschmutzt sind. Auch Bordsteinreflektoren und weitere Lichtquellen werden überprüft und gereinigt, ebenso wie Verkehrszeichen, Notrufnischen und Videokameras.
Hinzu kommen Verschmutzungen durch Hackschnitzel-, aber auch Heu- und Strohtransporte ohne ausreichende Ladungssicherung. Diese lagern sich in den Entwässerungsanlagen des Tunnels ab. Damit das Oberflächenwasser gut ablaufen kann und die Straße im Tunnel sicher befahrbar bleibt, müssen die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Zwiesel diese Anlagen gründlich reinigen. Dies ist eine aufwendige und mühsame Arbeit, die viel Zeit in Anspruch nimmt, für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer ist sie jedoch unerlässlich.
Tunnel Deggendorf: 8. und 9. April
Fahrtrichtung Bayerisch Eisenstein:
Nord- und Südtunnel
Vollsperrung ab Dienstag, 8. April, 8.00 Uhr, bis Mittwoch, 9. April, 22.00 Uhr
Umleitung: Deggendorf Mitte, Hans-Krämer-Straße, Angermühlstraße, Poststraße, Graflinger Straße und Ruselstraße in Richtung Rusel bzw. Graflinger Straße und B 11 nach Bayerisch Eisenstein
Hinweis: Ausfahrt Rusel wieder frei ab Dienstag, 22.00 Uhr
Fahrtrichtung München:
Nordtunnel:
Sperrung ab Dienstag, 8. April, 12.00 Uhr, bis Mittwoch, 9. April, 22.00 Uhr
Umleitung: Anschluss B 11, Konrad-Adenauer-Straße, Auffahrt Egger Straße
Südtunnel:
Sperrung ab Mittwoch, 9. April, 8.00 bis 22.00 Uhr
Umleitung: Anschluss B 11, Konrad-Adenauer-Straße, Egger Straße, Stadtfeldstraße, Güterstraße, Mettener Straße, Neusiedler Straße, Deggendorf Mitte
Fragen und Antworten zur Tunnelwartung
Wie oft werden die Tunnel gewartet?
Straßentunnel müssen zweimal im Jahr überprüft und gewartet werden. Grundlage dafür sind in Deutschland die „Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln“. Dank dieser Richtlinien sind Deutschlands Straßentunnel die sichersten der Welt.
Im Winter sind diese Arbeiten nicht möglich, da die Straßenmeistereien im Winterdienst gebunden sind. Somit steht nur ein geringes Zeitfenster zur Verfügung, um die Abstände von einem halben Jahr einhalten zu können.
Die Wartungs- und Reinigungsarbeiten entsprechen dem TÜV beim Auto oder Lkw. Auch diese sind in regelmäßigen Intervallen vorgeschrieben. Ein Tunnelbauwerk mit seiner hochsensiblen Technik, das täglich von Tausenden Fahrzeugen genutzt wird, muss noch häufiger geprüft werden.
Was wird dabei gemacht?
Während der Sperrung werden mehrere Arbeiten auf einmal erledigt. Dazu gehören die Kontrolle, Wartung und Pflege sowie die Überprüfung der Betriebstechnik. Darunter fällt alles, was elektronisch ist – denn in den Tunneln steckt viel mehr Technik, als der Autofahrer beim Durchfahren sieht. Lautsprecheranlage, Beleuchtung, Be- und Entlüftungsanlagen, Schranken und Computersysteme müssen kontrolliert und ihre Funktionsfähigkeit getestet werden.
Zudem wird der Tunnel gereinigt – Mitarbeiter der Straßenmeistereien waschen die Tunnelwände, die vor allem nach dem Winter durch Abgasablagerungen und Salz vom Winterdienst verschmutzt sind. Auch die Entwässerungseinrichtungen werden gereinigt, damit das Wasser wieder ungehindert abfließen kann.
Kann man das nicht nachts machen?
Wir arbeiten mit Nachtsperrungen, soweit es möglich ist. In einröhrigen Tunneln – wie dem Nord-Tunnel in Deggendorf und dem Riedbergtunnel in Regen – lässt sich eine Vollsperrung über nahezu den gesamten Wartungszeitraum jedoch nicht vermeiden: Um den Anforderungen des Arbeitsschutzes gerecht zu werden, dürfen in einröhrigen Tunneln keine Arbeiten unter Verkehr durchgeführt werden.
Zudem führt die größere Länge des Nord-Tunnels sowie des Riedbergtunnels zu höheren Sicherheitsanforderungen, wodurch mehr Technik im Tunnel benötigt wird. Das führt wiederum zu einem höheren Wartungsaufwand und einer längeren Wartungsdauer.
Warum sieht man so wenige Arbeiter?
Die Arbeiten finden in den Tunnelröhren sowie im Betriebsgebäude statt. Wegen der jeweiligen Sperrungen können Autofahrer die Arbeiter gar nicht sehen. Organisatorisch, personaltechnisch und arbeitsrechtlich ist es unmöglich, alle beteiligten Arbeiter gleichzeitig einzusetzen. Auch in einem gesperrten Tunnel brauchen die Arbeiter Platz für Fahrzeuge und Geräte. Daher gibt es einen genauen Zeitplan, nach dem die verschiedenen Fachfirmen ihre Arbeiten erledigen. Gearbeitet wird jedoch rund um die Uhr, um die Sperrzeit so kurz wie möglich zu halten.
Warum findet die Wartung nicht in den Ferien statt?
Eine auf Tunnelwartungen spezialisierte Fachfirma leitet auch die Wartungen in Deggendorf und Regen. Sie muss sich dafür mit Fachfirmen aus der Region abstimmen, die bei der Wartung in den Tunnelröhren Hand in Hand arbeiten. Dies muss sehr frühzeitig koordiniert werden, da sich verschiedene Fachfirmen dazu abstimmen müssen. Diese sind zum Teil bei Tunnelwartungen in ganz Deutschland im Einsatz. Aufgrund der Vielzahl an Terminen kann daher dem Wunsch, die Wartung in die Ferien zu verlegen, nur manchmal entsprochen werden.
Weitere Informationen zum Thema Tunnel
Sie wollen noch mehr zum Thema Tunnel erfahren? Die Bundesanstalt für Straßenwesen (bast) hat dazu eine interessante Broschüre erstellt: Sicherheit geht vor – Straßentunnel in Deutschland (bast.de)