Das Staatliche Bauamt Passau bereitet die Sanierung der hellen Asphaltfahrbahn und weitere Baumaßnahmen im Deggendorfer B 11-Tunnel vor. In Abstimmung mit Stadt und Landkreis Deggendorf sowie der Autobahn GmbH sind die Arbeiten im Sommer 2029 vorgesehen.

Der helle Asphalt ist ein wesentlicher Bestandteil des Sicherheitskonzepts der Tunnel. Durch seine hohe Lichtreflexion verbessert er die Ausleuchtung der Fahrbahn und trägt entscheidend zur Verkehrssicherheit bei. Da der Belag seit der Inbetriebnahme der Tunnel vor 30 Jahren nicht erneuert wurde, ist eine Sanierung erforderlich, um die geforderte Helligkeit und Griffigkeit dauerhaft sicherzustellen.
Diese Arbeiten wurden zunächst für 2027 in die Jahresplanung des Staatlichen Bauamts aufgenommen, um Synergieeffekte mit einer geplanten Sanierung im Tunnel Garham (Lkr. Freyung-Grafenau) zu nutzen. Die Abstimmung mit den anderen Straßenbaulastträgern hat aber gezeigt, dass Baumaßnahmen der Stadt Deggendorf sowie Sperrphasen auf der A 3 für den sechsstreifigen Ausbau in den Jahren 2027 und 2028 mit den Tunnelarbeiten zusammenfallen würden. Um die Beeinträchtigung für die Verkehrsteilnehmer möglichst gering zu halten, wurde deshalb eine Verschiebung auf Sommer 2029 beschlossen. Für die Baumaßnahme ist mit einer Vollsperrung von insgesamt neun Wochen zu rechnen, der Großteil davon wird in den Sommerferien geplant.

Weitere bauliche Maßnahmen umfassen die Erneuerung der Beschichtung an den Tunnelwänden sowie der Schallschutzelemente und der Türen der Pumpstationen. Auch die Tunnelentwässerung muss saniert werden, weil die Entwässerungsrinnen teilweise nicht mehr mit ihrer ursprünglichen Leistungsfähigkeit arbeiten. Die Notgehwege, die im Ernstfall als Flucht- und Rettungswege dienen, werden an die heute geltenden Anforderungen der Richtlinien für Straßentunnel angepasst.

Erneuerungsbedarf an der Tunneltechnik
Bei der Tunneltechnik besteht ebenfalls umfassender Erneuerungsbedarf. Zahlreiche Anlagen haben das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht oder werden vom Hersteller künftig nicht mehr unterstützt.

Dies betrifft zum einen die Beleuchtungsanlage, die noch auf Natriumdampflampen basiert. Für diese Leuchtmittel gilt zwischenzeitlich ein europäisches Verkaufsverbot; für Tunnelanlagen besteht noch eine zeitlich begrenzte Ausnahmeregelung. Eine nachhaltige Ersatzteilversorgung ist daher künftig nicht mehr gewährleistet. Die geplante Umrüstung auf LED-Technik erhöht die Betriebs- und Verkehrssicherheit und reduziert zugleich den Energieverbrauch um rund 90.000 Kilowattstunden pro Jahr.

Damit lebenswichtige Systeme wie Notbeleuchtung, Brandmeldeanlage und Verkehrsüberwachung auch bei einem Stromausfall weiter funktionieren, verfügt der Tunnel über eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). Diese Anlage, die bei einem Stromausfall sofort und ohne Verzögerung einspringt, hat die zu erwartende Lebensdauer erreicht und muss auch erneuert werden.

Zu den sicherheitsrelevanten Einrichtungen der Tunneltechnik gehören auch die Notrufsprechstellen, die Einsprechanlage und die Telefonanlage. Da der Hersteller den Support für die Systeme in Bälde einstellt, können Ersatzteile und Software künftig nicht mehr zuverlässig bereitgestellt werden. Daher ist auch hier eine Erneuerung erforderlich, um unvorhergesehene Tunnelsperrungen zu vermeiden.

Derzeit werden die einzelnen Maßnahmen zeitlich und organisatorisch aufeinander abgestimmt. Ziel ist es, möglichst viele Arbeitspakete in einer Vollsperrung auszuführen und die Auswirkungen auf den Verkehr so gering wie möglich zu halten. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Planung ist auch die intensive Abstimmung mit der Autobahn GmbH im Hinblick auf die Sperrungen der A 3. Gemeinsam mit der Stadt Deggendorf soll zudem ein speziell auf die Tunnelsperrung abgestimmtes Verkehrssteuerungskonzept entwickelt werden. Dafür werden die Ampeln auf der Umleitungsstrecke mit einem zusätzlichen Steuerprogramm ausgestattet, um die Leistungsfähigkeit des innerstädtischen Straßennetzes während der Bauzeit bestmöglich zu erhöhen.